Auf der Suche nach dem neugeborenen König

Wie erzählt Matthäus die Geschichte von den Weisen, oder Sterndeuter, aus dem Morgenland? Sie hatten als Meister ihres Fachs in einer hell leuchtenden Sternenkonstellation erkannt, dass ein König geboren werden sollte, der überaus wichtig werden sollte weit über sein Königreich hinaus. Sie machten sich auf den Weg und folgten diesem Stern, nahmen ihn als Wegweiser. Sie folgten diesem Stern über die Grenzen ihres eigenen Landes hinaus, ja sogar hinüber in die Sphäre des Römischen Reiches, dem Erzrivalen des Perserreiches unter seinen verschiedenen Dynastien. Sie überquerten die Trennlinie zwischen den beiden großen Reichen. Von der Levante aus gesehen, oder auch vom Römischen Reich aus gesehen, kamen sie aus dem Osten, also aus dem Einflussgebiet des Persischen Reiches.

Die gute Nachricht nach Matthäus, Kapitel 2:

1 Jesus wurde in Bethlehem in Judäa geboren zu der Zeit, als Herodes König war. Sieh doch: Es kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem. 2 Sie fragten: »Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Osten gesehen. Wir sind gekommen, um ihn anzubeten.« (BasisBibel)

Es lag nahe, im Palast nachzufragen. Vielleicht wollten die Weisen die Familie des Neugeborenen auch auf die besondere Bedeutung des Kindes hinweisen. Aber statt Freude zu bringen, lösten die Fragen der Weisen erst einmal Verwirrung und Sorge, ja sogar Bestürzung und Angst aus. Denn in den Palästen residierten mit König Herodes und den Prieserfamilien vor allem Anhänger und Freunde des Römischen Reiches. Und keiner wusste etwas von einem neugborenen Thronfolger! Ein Thronfolger musste dann auch gesalbt werden – ein Gesalbter heißt Mashiach (hebräisch) oder Christos (griechisch). Und der konnte eine Bedrohung für die Mächtigen sein.

  Die gute Nachricht nach Matthäus, Kapitel 2:

3 Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm alle in Jerusalem. 4 Er rief zu sich alle Priester und Schriftgelehrten des Volkes. Er fragte sie: »Wo soll der Christus geboren werden?« 5 Sie antworteten ihm: »In Bethlehem in Judäa! Denn im Buch des Propheten steht: 6 ›Du, Bethlehem im Land Juda, du bist keineswegs die unbedeutendste unter den Städten in Juda. Denn aus dir wird der Herrscher kommen, der mein Volk Israel wie ein Hirte führen soll.‹« (BasisBibel)

Nun waren die Fachleute aus Jerusalem am Zug. Sie waren auf die eine oder andere Weise mit dem Tempel von Jerusalem verbunden, der zum zweiten Mal errichtet worden war, diesmal für den einen Gott. Diesen Fachleute war bekannt, dass die prophetische Tradition sehr genaue Auskunft darüber gibt. Jeder vom Fach wusste, dass ein neuer Gesalbter von daher kommt, wo der beste aller Könige von Juda her stammte: David. Den wünschte sich jeder zurück, denn er würde ein neues Königreich begründen. Ein Königreich, in die Menschen des Landes mit Gott wieder vereint sein würden.